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Das Celler Schlosstheater verdankt seine Existenz der Initiative der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg-Celle. Bereits im 16. Jahrhundert erfreute sich die Hofmusik in Celle großer Beliebtheit und in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts ist von gelegentlichen Aufführungen deutscher Theatertruppen in Celle die Rede. Doch erst im Jahre 1665, als Herzog Georg Wilhelm die Regierung in Celle antritt, nimmt die Entstehung des Schlosstheaters greifbare Formen an. Er machte sich an den Ausbau der Hofhaltung nach französisch-italienischem Vorbild. Der im Jahre 1670 begonnene Theaterbau konnte bereits fünf Jahre später fertig gestellt werden. Dabei handelte es sich um ein so genanntes Hoftheater, als Zuschauer war nur die höfische Gesellschaft zugelassen.
Mit dem Tod von Herzog Georg Wilhelm 1705 und dem Ende der Hofhaltung in Celle verwaiste das Theater. In den Jahren 1772 bis 1775 erlebte das Theater schließlich unter der Dänenkönigin Caroline Mathilde, die wegen einer Affäre nach Celle verbannt wurde, eine Renaissance. Ein festes Ensemble, wie es 1668 hier zum ersten Mal eingeführt wurde, gab es anschließend nicht mehr. Stattdessen kamen Schauspieltruppen aus Bremen, Hannover und Braunschweig, die in Celle gastierten. Die immer weniger werdenden Aufführungen führten dazu, dass der Spielbetrieb 1890 vollständig eingestellt wurde. Das Theater verfiel. Erst 1935 hauchte man dem Schlosstheater wieder Leben ein, restaurierte es gründlich und nahm es erneut in Betrieb. Bedingt durch den Krieg und die Nachkriegszeit sollte es doch weitere fünfzehn Jahre dauern, bis mittels einer tat- und finanzkräftigen Unterstützung seitens des Theatervereins das Schlosstheater wieder zum kulturellen Mittel- und Treffpunkt der Stadt Celle avancieren konnte.
Der Verein “Celler Schlosstheater e.V.” gründete sich am 9. Dezember 1949, nur wenige Jahre nach Kriegsende, mit dem Ziel, das aufgelöste Ensemble des Schlosstheaters erneut zu vereinen und den Spielbetrieb so schnell wie möglich wieder aufzunehmen. Dieser Verein ist auch heute noch Träger des Theaters und zählt aktuell 130 Mitglieder. Seit 1957 wird das Theater wieder ganzjährig bespielt und verfügt seither über ein eigenes festes Ensemble. Im Jahr 1966 kam mit dem so genannten Malersaal noch eine kleine Studiobühne als zweite Spielstätte hinzu. Ab der Spielzeit 1998/99 entstanden auf dem heutigen Gelände der CD-Kaserne moderne Werkstatträume sowie zwei Probebühnen.
Mit Beginn der Spielzeit 2010/11 ist das Schlosstheater Celle aufgrund von Sanierungsmaßnahmen im Schloss auf das Gelände der CD-Kaserne umgezogen. Wo bis zu diesem Zeitpunkt die Probebühnen und Werkstätten untergebracht waren, befindet sich nun der komplette Theaterbetrieb. Nur dank des großen Engagements aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses war es möglich, die ehemaligen Lager- und Fundusräume in einen modernen Theaterraum zu verwandeln. Voraussichtlich im Sommer 2012 wird das Schlosstheater in seine alten Räumlichkeiten, im Herzen der Stadt, zurückkehren.
Einen komplett neuen Anstrich verpassten rund zwanzig Mitarbeiter aller Abteilungen im Juni 2010 unter der Leitung von Birgit Bott (Leitung Malersaal) der Außenfassade. Außerdem wurden Kisten gepackt und vom Schloss in die Residenzhalle, die neue Spiel- und Wirkungsstätte des Theaters auf dem Gelände der CD-Kaserne, transportiert. Am 14. Juni 2010 schlossen sich die Türen des Schlosses und auch die letzten Abteilungen bezogen ihre Büros im Containerdorf hinter der Residenzhalle. Das Umzugsfest am 26. Juni 2010 mit einer bunten, von Samba-Rhythmen begleiteten Parade aller Mitarbeiter vom Schlossplatz zur neuen Wirkungsstätte sowie einem bunten und vielseitigen Programm für Erwachsene und Kinder bildete den krönenden Abschluss einer rasanten und zugleich sehr bewegten Spielzeit 2009/2010.
Mit seinen beiden Spielstätten „Residenzhalle“ und „Kleine Residenzhalle“ bietet das Theater auch in den beiden Spielzeiten außerhalb des Schlosses ein abwechslungsreiches Programm.