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Geschichte des Celler Schlosstheaters

Das Celler Schloss als Residenz

Vorläufer des Schlosses in Celle ist die Burg "Kellu", die um 970 oder 986 von einem Grafen Bruno aus dem Hause der Brunonen auf dem Gebiet des heutigen Alten-Celle an der Handelstraße von Braunschweig nach Bremen gegründet wurde. Die Bedeutung des aufkeimenden Ortes und seine verkehrsgünstige Lage an der Aller-Furt zeigen sich an der Erwähnung eines Wasserzolles um 1160 und eines Straßenzolles um 1225.
Das "Castrum (Schloss) Celle" wird 1315 zum ersten Mal erwähnt. Ältere Grundmauern weisen auf eine noch frühere Entstehungszeit zurück. Im Lüneburger Erbfolgekrieg im 14.Jahrhundert wurde die Burg weiterausgebaut und mit Gräben und Wällen versehen.

Ab 1433 war Celle Residenz der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg, bzw. des "mittleren Hauses Lüneburg". Unter Friedrich dem Frommen wurde 1471 - 1478 das Schloss Celle in großem Stile um- und ausgebaut. Weitere Ausbauten folgten im 16.Jahrhundert. Unter dem Herzog Georg Wilhelm, der lange Jahre in Italien gelebt hatte, wurde das Schloss ab 1670 erneuert und in barockem Stil nach italienisch-französischem Muster ausgebaut. In diese Bauzeit fiel auch der Einbau des Theaters.
Bis Anfang des 18. Jahrhundert war Celle der Wohn und Regierungssitz des Hauses Braunschweig-Lüneburg. Als der Herzog Georg Wilhelm 1705 starb, fiel das Herzogtum Lüneburg Celle an Calenberg; das bedeutete das Ende Celles als Residenz.
Abgesehen von dem kurzen Zwischenakt von 1772-1775, als Celle die kleine Hofhaltung der aus Kopenhagen verbannten Caroline Mathilde beherbergte, und im 19.Jahrhundert, als das Celler Schloss Sommerfrische des hannoverschen Königs war, hörte Celle als Residenz auf zu existieren.

Die Geschichte des Celler Schlosstheaters

Das Celler Schlosstheater verdankt seine Existenz der Initiative der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg-Celle.
Bereits im 16.Jahrhundert erfreute sich die Hofmusik in Celle großer Beliebtheit. Für die erste Hälfte des 17.Jahrhunerts wissen wir von gelegentlichen Aufführungen deutscher Theatertruppen in Celle. Besondere Erwähnung verdient die Aufführung des Balletts "Die Triumphierende Liebe umgeben mit sieghaften Tugenden", die 1653 anlässlich der Vermählung von Herzog Christian Ludwig im Rittersaal des Schlosses mit Künstlern aus ganz Norddeutschland aufgeführt wurde.

Als Herzog Georg Wilhelm nach dem Tod seines älteren Bruders Christian Friedrich 1665 die Regierung in Celle antritt, nimmt die Entstehung des Schlosstheaters greifbarere Formen an,. Während der Regentschaft seines Bruders hielt sich Georg Wilhelm in Venedig auf. Dort hatte er regen Anteil am Opernleben der Stadt genommen. Sogar nach Antritt der Regierung in Celle unterhielt er noch 7 Logen am Opernhaus in Venedig. In Celle machte sich Georg Wilhelm an den Ausbau der Hofhaltung nach französisch-italienischem Vorbild. Im Jahr 1670 wurde mit dem Theaterbau begonnen, 1674/75 war das Theater fertig.
Seit 1671 gab es eine französische Truppe, die in Celle und Hannover spielte. 1685 übernahm Ernst August von Hannover die Truppe ganz nach Hannover. In Celle wurde ab 1690 eine italienische Truppe verpflichtet, die "commedia dell'arte" spielte. Gelegentlich kamen auch kleine Singspiele und Opern zur Aufführung.
Das Theater war ein Hoftheater, als Zuschauer waren nur die höfische Gesellschaft zugelassen. (Erst Ende des 18. Jahrhunderts, als die bürgerliche Gesellschaft einen immer größeren Einfluss auf das politische Geschehen nahm, wurde es auch für die bürgerlichen Stände geöffnet) Es gab einen direkten Zugang von den Staatsgemächern zum Theatersaal. Zunächst gab es nur einen Rang und das Parkett war noch nicht bestuhlt, da Orchester und Ballett Platz für ihre Darbietungen benötigten.
Mit dem Tod von Herzog Georg Wilhelm 1705 und den Ende der Hofhaltung in Celle verwaiste das Theater. In den Jahren 1772-1775 unter der wegen einer Affäre nach Celle verbannten Dänenkönigin Mathilde erlebte das Theater noch einmal eine Blüte. Der Theatersaal wurde um einen zweiten Rang erweitert.
Im 18. und 19.Jahrhundert wurde weiter Theater gespielt. Das Theater hatte aber kein festes Ensemble. Es kamen Theatertruppen aus Hannover, Bremen, Braunschweig und Berlin nach Celle. Sie spielten Komödien, Opern und Ballette.
Ab 1866 wurden die Aufführungen immer spärlicher. 1890 wurde der Spielbetrieb ganz eingestellt. Das Theater verfiel.

Erst 1935 wurde es nach einer grundlegenden Instandsetzung wieder eröffnet und mit den technischen Notwendigkeiten des 20.Jahrhunderts versehen. Bis zum Ende des Krieges 1945 wurde der Spielbetrieb aufrechterhalten. 1946/47 spielte in Celle "Die Volksbühne Celle", ein privates Schauspielunternehmen, allerdings größtenteils im ehemaligen Schützenhaus und nur selten im Schloss.